
Nummer 53 ist im Sack. Auf dem Weg zu meinem letzten grossen Laufziel – 100 Marathons – fehlen noch 47. Oder anders gesagt: 1983,4 Kilometer.
Geplant waren 3 Stunden und 30 Minuten. Geworden sind es 3 Stunden und 20 Minuten. Zehn Minuten schneller als vorgesehen. Und das mit einer zweiten Hälfte, die deutlich schneller war als die erste. Die letzten 4 Kilometer wurden zwar zäh, aber die ersten 38 konnte ich in vollen Zügen geniessen. Entsprechend gross war die Zufriedenheit im Ziel.
Kann jemand, der den Marathon schon in 2:28 gelaufen ist, mit so einer Zeit wirklich zufrieden sein?
Ja – und wie. Ich werde nicht jünger, und mir fehlten ganz einfach die nötigen Trainingskilometer, um höhere Ziele realistisch anzupeilen. Im Jahr 2026 kamen gerade einmal 330 Kilometer zusammen. In meinen besten Zeiten waren es 100 Kilometer pro Woche. Die längste Vorbereitungseinheit: einmal über 30 Kilometer.
Wenn man das alles zusammenzählt – plus ein paar «zusätzliche Reserven» am Körper –, bleibt eigentlich nur ein Fazit: zufrieden sein. Der Kampf mit dem Gewicht geht weiter. Noch ist mein Wunschgewicht nicht in Sicht, aber 5 Kilogramm habe ich bereits hinter mir gelassen.
Zum Rennverlauf: Ursprünglich wollte ich mich an die 3:30er-Pacemaker hängen. Doch wer schon einmal mit den Pacemakern gestartet ist, kennt das Gedränge rund um die Flaggen. Also entschied ich mich, rund 100 Meter davor zu starten und mich nach ein paar Kilometern einzureihen.
Doch der Plan ging nicht auf. Im Sog der Läufermenge entfernte ich mich immer weiter von den Pacemakern. Ohne Uhr blieb mir nur das Gefühl – und das passte an diesem Tag erstaunlich gut. Denn für eine Zeit von 3:30 bedeutet es, konstant 5 Minuten pro Kilometer zu laufen.
Bei der Wende in Meilen fühlte ich mich noch grossartig. Aber jeder weiss: Der Marathon beginnt erst bei Kilometer 30. Auf dem Rückweg Richtung Zürich war ich dann plötzlich auf der Überholspur. Ich zog an vielen Läufern vorbei – und mit jedem Überholmanöver kam neue Energie.
Bis Kilometer 38 lief alles wie im Flow. Dann stoppte mich ein kurzer Magen-Dämpfer. Der Rhythmus war weg, der Flow gebrochen. Trotzdem konnte ich die letzten Meter durch die Zuschauermenge geniessen und den Zieleinlauf bewusst erleben.
Marathon Nummer 54 wartet bereits in drei Wochen. Bis dahin heisst es: gesund bleiben, in Bewegung bleiben. Und ganz nebenbei steht noch eine Operation an der Hand an.