WinterschlafMein Winterschlaf – absolut null Sport – dauerte "nur" 2 Wochen, aber der Winterspeck setzte mir dennoch mächtig zu frown. Auch oder gerade deshalb entschied ich, die Saison 2018 etwas früher als geplant zu lancieren. In den ersten Wochen werde ich noch etwas gemächlicher angehen.

Ein Blick zurück auf die Saison 2017 zeigte aussergewöhnliches. 5 Marathons per anno machte ich noch gar nie -> LGT Alpin Marathon, Zermatt Marathon, Glacier 3000 Marathon, Jungfrau Marathon und Transruinaulta Trailmarathon. Des Weiteren waren von den 12 Wettkämpfen 5 Premieren dabei -> Kerzerslauf, Glacier 3000 Marathon, Türlerseelauf, Winti-SOLA und Transruinaulta Trailmarathon. Aus der Resultatsicht waren sicherlich GP Fricktal, Zermatt Marathon und Jungfrau Marathon die Wertvollsten. Unter dem Strich war es eher eine mittelmässige Saison.

In Zukunft möchte ich wieder vermehrt auf Qualität statt Quantität setzen, will heissen, weniger Marathons bestreiten und wieder mehr Disziplin an den Tag legen innocent. Einige Kilos muss ich dringend loswerden. Den genauen Wettkampfplan für 2018 habe ich noch nicht erstellt, aber im Kopf schwirren zig Rennen umher. Anfangs Dezember weiss ich mehr und werde dann die Agenda aktualisieren.

Bild04Neugierig und freudig nahm ich die 42'195 Meter um 9:20 Uhr und die Füsse. Transruinaulta, ein anspruchsvoller Trailmarathon von Ilanz nach Thusis stand mir bevor. Motiviert, wohl zu motiviert, ging ich los. Wenige Meter nach dem Start – die Läufer starten einzeln in Intervallen – kam ich ins Straucheln und konnte nur mit viel Mühe (und extrem viel Können smile) einen Sturz verhindern. Bei Kilometer 4 konnte ich es dann nicht mehr (verhindern). Päng! Ich lag auf dem Erdboden.

Ein feuchter Stein in einer Abzweigung war der Auslöser. Blitzartig stand ich auf, um erstens meinen Körper zu kontrollieren und zweitens war es mir natürlich peinlich und wollte von niemanden gesehen werden. Zwar schmerzte das Knie, aber es lagen ja nur noch 38 Kilometer vor mir. So biss ich auf die Zähne und rannte weiter und weiter und weiter. Mein Missgeschick hatten höchstens 2 hinter mir laufende Läufer mitbekommen wink.

Die Strecke war bis dahin flach, aber technisch anspruchsvoll. Einen Rhythmus fand ich nie. Wurzeln hier. Steine da. Links, dann rechts und stetiges auf und ab. Nach 12 Kilometer ging es erstmals so richtig bergauf. Zunächst lief ich noch, aber ich wechselte bald einmal in den Marschschritt. Als ich im Dörfchen Versam ankam, hatte ich den ersten Gipfel hinter mir. Einer von vielen. Es folgte ein Abstieg, ein Aufstieg und wieder ein Abstieg.

Ungefähr bei Rennhälfte (Kilometer 23, 24) kam ich in Rhäzüns an. Ich war schon ziemlich angezählt frown. Eigentlich war meine Taktik nee andere. Ab hier wollte ich Gas geben, die grosse Aufholjagd starten und am Ende unter 4 Stunden ins Ziel laufen. Ein Blick auf meine Uhr zeigte mir, dass ich es nicht in der geplanten Zeit schaffen würde. Aus meinem Wunschdenken wurde leider nichts. Meine Form war dessen nicht würdig.

Die letzten Kilometer wurden hart und schön zugleich. So merkwürdig es klingt. Als ich mich dem Schicksal ergab, begann ich den Lauf zu geniessen. Meine liebe Frau unterstütze mich in dieser Phase (mental und kulinarisch) und war mein Sonnenschein kiss.

Das Ziel erreichte ich in 4:16.11,0 im 33. Gesamtrang (12. Kategorienrang). Freude herrschte, aber auch (k)eine (neue) Erkenntnis.

"Schuster, bleib bei deinem Leisten!"

Ich bin und wird kein Trailläufer! Ich sollte mich auf die Terrains konzentrieren, welche mir besser behagen. Das sind flache Läufe und Bergläufe mit einer Bergankunft.

Nichtdestotrotz kann ich den Lauf absolut weiterempfehlen. Die Organisation, die Landschaft und das Wetter (zumindest heuer) waren grossartig.

Winti-SOLALogo

Es war ein spezieller Wettkampf an einem herrlichen Herbsttag. Die Winti-SOLA fand auf dem Rundweg Winterthur statt. In Zahlen hiess dies: 84 Kilometer aufgeteilt in 12 Etappen. Ich nahm mit meinem Verein, dem Laufsportverein Winterthur, teil.

Meine Aufgabe war es die 9. Strecke so rasch als möglich zu absolvieren. Das Teilstück von Wülflingen nach Brütten war 11,2 Kilometer lang, gespickt mit 420 Höhenmetern. Ich begab mich frühzeitig an den Startort, um den Übergabestab, welche meine Frau Petra mir übergab, auch rechtzeitig in Empfang nehmen zu können. Als ich kurz vor 13:00 Uhr auf die Reise geschickt wurde, gab ich sogleich Gas. Es war schwierig das Renntempo zu finden, da es kein Massenstart gab und ich solo loslief. Ich musste auf mein Gefühl hören. In der ersten Steigung konnte ich bereits die ersten Konkurrenten überholen. Doch ich spürte bereits da, dass meine Beine keinen guten Tag hatten. Sie waren kraft- und saftlos. frown Die Erholung in den vergangenen Tagen respektive Wochen (Jungfrau Marathon, Wanderferien) kam wohl zu kurz. In den flacheren Passagen und / oder bergab ging es noch, aber die Aufstiege alles andere als zügig. Ich versuchte alles zu geben. Schliesslich zählte ein Team auf mich! Ich konnte einige Teams in der Folge noch überholen, musste aber auch 3 Läufer passieren lassen. Als 7. übergab ich den Staffelstab an Hansruedi, welcher die 10. Etappe vor sich hatte. Es war nicht das erhoffte, gute Rennen, aber mehr ging heute leider nicht.

Wir beendeten das Rennen in einer Zeit von 06:24:09 im Guten 19. Schlussrang. Gegenüber dem Jahr zuvor, waren wir um 31 Plätze besser klassiert! smile